Kunsttage 2008

Plakat Hennefer Kunsttage 2008

Nach dem gelungenen Auftakt kehrte wieder etwas Ruhe in der Meys Fabrik ein.

Am Sonntag und am folgenden Dienstag, Mittwoch und Donnerstag nutzten fast einhundertundachtzig Besucherinnen und Besucher den Nachmittag und frühen Abend für einen Gang durch die Ausstellungskojen und Gespräche mit den Initiativ-Mitgliedern und den ausstellenden Gästen. Dabei kam auch der Austausch untereinander zwischen der Bildhauerei, Fotografie, Malerei, plastischer Arbeit und Installation sowie Goldschmiedearbeit nicht zu kurz. Sahen doch die Ausstellenden die Werke der anderen bei den Kunsttagen zum ersten Mal.
        
Am Freitag lud dann die Kunstnacht mit einem reichhaltigen Buffet, frischem Kölsch und gutem Wein zu einem gelungenen Abend der Bühnenauftritte.

Uljana Brunzema aus Bonn entlockte ihrem diatonischen Akkordeon musikalische Perlenketten, die sich von der Bühne aus ihren Weg suchten um die Säulen der Meys Fabrik herum und durchs Dachgebälk wieder zurück. Erstaunlich, wie zwei Hände und so eine unscheinbare, gefaltete Kiste ohne elektrische Verstärkung die Menschen in Melancholie tauchen kann, Fernweh an die Wände malt und dem Herzen einen neuen Takt schlägt.
        
Bettina Boos aus Düsseldorf zeigte zu einem Text von Axel Hippe, wie ein tanzender Körper, eine Glühlampe und eine feine Kunststofffolie einen Bühnenraum ausmalen können. Gesten der Hoffnungslosigkeit verwandelten sich in Gebärden weiblicher Kraft. Bewegungsabläufe zeichnen mit Schatten die Irritationen des Lebens. Diese Tanzperformance hat auch denen im Publikum, die unvorbereitet waren, aufgezeigt, welche Ausdruckskraft im modernen Tanz steckt.
        
Martin Moosen aus Lohmar eroberte sich sein Publikum auf ganz andere Art und Weise. Pointierter Hip und trockener Hop waren die wunderbaren Zutaten, mit denen dieser junge Songwriter musikalisch Stellung bezog. Zwischen dem Alltag in einer kleinen rheinischen Stadt und den Gefühlen in einer Beziehung pendelten die Texte hin und her. Dabei gelang ihm im zweiten Teil die Überraschung, mit der Sängerin Saskia einen weiteren Höhepunkt zu setzen. Zweisprachiger „white soul“ begeisterte die Anwesenden.
        
Gegen vierundzwanzig Uhr schlossen die Pforten der Meys Fabrik um Samstag erneut die Kunst, und nun insbesondere die eingereichten Werke zum JugendKunstPreis zu präsentieren.

Um siebzehn Uhr eröffnete das Urgestein des kritischen Kunstjournalismus, Jürgen Raap und sein Kompagnon Bär aus Köln mit einer launischen Reise durch das Ausstellungswesen im Allgemeinen und der Frage „Wie erreiche ich als Künstler Aufmerksamkeit?“ im Besonderen den Reigen der Begründungen für die Preisverleihung.
        

Folgende JugendKunstPreise wurden verliehen:

  • Preis der Kreissparkasse Köln 200 Euro an
    Sara Ludes (Altersgruppe 18-25 Jahre, 1. Preis)
  • Preis der Stadt Hennef je 100 Euro an
    Renan Sanyüz sowie an Annina Schumann und Miriam Bork
    (Altersgruppe15-17 Jahre, geteilter 1. Preis)
  • Publikumspreis der IKH 200 Euro an
    Nina Groß       


Weiterhin lobend erwähnt wurden wegen erkennbarem Entwicklungspotential
Eva Zukunft, Ruth Boersma, Donata Kramarz und Alyona Hirsekorn sowie die Schulklassen der GHS Am Neuenhof Siegburg (Lehrerin Frau Bund) und die Realschule Hennef (Lehrerin Frau Peters).

Fast zweihundert junge Menschen mit ihren Familien, Freundinnen und Freunden warteten gespannt auf die Preisverleihung und applaudierten den Gewinnerinnen lautstark.


Lauter Applaus wiederholte sich am letzten der Hennefer Kunsttage bei der Finissage mit der Gruppe „TonArt“. Sie spielte das Programm Thema Liebe mit all ihren Facetten und spannte dabei einen Bogen über Stile und Epochen der Literatur und Musik: Seele traf Sinnlichkeit, Leidenschaft begegnete Ironie, Romantik ging mit Lustig aus und Lust verführte die Melancholie.       

Mehr als 100 Besucherinnen und Besucher erlebten einen gelungenen Ausklang der Hennefer Kunsttage und im Anschluss nutzten noch einmal viele Interessierte die Möglichkeit für einen letzten Rundgang durch die Ausstellung.
Nach einer langen Kunstwoche mit vielen anregenden Gesprächen und neuen Ideen für die Zukunft schlossen dann am Sonntag um achtzehn Uhr die Pforten der Meys-Fabrik.

 

Die Gastkünstler 2008 waren