StartseiteWas es gabHennefer Kunsttage 2008Michael Wagner

Bildhauerei, Malerei und Fotografie

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Crickelacrack

An Stelle einer Aufzeichnung meiner Vita möchte ich etwas über meine Arbeitsweise und Denkweise zur Kunst sagen. Ich bin in den Arbeitsfeldern Bildhauerei, Malerei und Fotografie tätig.



Zur Bildhauerei: Ich schnitze meine Figuren nicht, ich haue sie mit einem Beitel aus dem Holz. Mich faszinieren Figuren, Männer und Frauen, aber auch Tiere, die nichts von sich preisgeben, nichts erzählen, nichts repräsentieren. Es sind Einzelfiguren, auch Figurengruppen. Sie repräsentieren das Durchschnittliche, Banale, Normale und Anonyme. Meine scheinbar unscheinbaren Gestalten, die keine Emotionen zur Schau stellen, bleiben seltsam abwesend, schwer greifbar, verrätselt und fiktiv. Weder ihr Alter ist konkret schätzbar, noch ist eine benennbare gesellschaftliche Position abzulesen.



Im Betrachten der Werke mischt sich Wiedererkennen mit Zweifel, angenehm Vertrautes mit beunruhigend Fremdem. Durch die weitgehende Rücknahme einer psychologisierenden Dimension sind meine Figuren immer auch ein Spiegel, der die Gefühle, Wünsche und Hoffnungen des Betrachters reflektieren kann.

Meine Skulpturen sind verwandt mit der Malerei. Auch dort geht es mir im Grunde um ein Konzentrat, eine meine früheren Ausstellungen hieß "Landschaftsessenzen". Ich will alles auf einmal: Sinnlichkeit, Ausdruck, aber nicht zuviel, Lebendigkeit, aber keine oberflächliche Geschwätzigkeit. Die Figur soll über sich hinauswachsen, über sich und über andere Dinge erzählen. In der Malerei soll der Betrachter in den Bildraum eintauchen, Vertrautes sehen, Analogien ahnen, aber trotzdem nichts Konkretes vorfinden.



In der Vergangenheit diverse Einzelausstellungen, aber auch Arbeit mit Kindern in sozialen Brennpunkten als Resozialisierungsmaßnahmen.

Zur Malerei: Inspiriert von Newman, Rothko und Graupner handelt es sich um Farbflächen, die durch die Kraft ihrer Farbe den Betrachter in ihren Bann ziehen sollen. Die Arbeiten sind in Mischtechnik, teilweise in Lasurtechnik auf Leinwand oder Papier gemalt. Die feinen Lasuren bringen die Leuchtkraft der Farben zur Geltung. Sie scheinen das Licht in den Farben einzufangen. Dies ist ein oft eingesetztes Stilmittel, durch das vorherige Malschichten bis in die oberen durchscheinen. Die Malfläche, strukturiert in feine Nuancen, setzt sich zu einem Ganzen zusammen, das räumliche Tiefe zu vermitteln sucht.



Meine Malerei ist darüber hinaus eine expressive Auseinandersetzung von Form, Raum, Fläche und Farbe.
Der Raum ist Werden, Veränderung, Dialog, Statik und Auflösung.

Seitdem ich im Atelier arbeite, hat die zeitliche Komponente immer mehr in den Bildern Platz genommen. Die Bilder sind in einem Prozess des Entstehens. Dieser Prozess wird an einem beliebigen Punkt - der sich als augenblicklicher Punkt der Fertigung betiteln ließe - angehalten. Darüber hinaus sind aber noch weitere Fertigungsstadien oder Aggregatzustände denkbar. Die Formen und Farben stehen im Dialog, geben die Vielfalt des Gesehenen und die Transformation in die Fläche wieder. Der Betrachter soll sich seine eigenen Assoziationen machen.



Vielleicht geht es bei meinen Bildern nur scheinbar um Malerei, sondern vielmehr um diejenigen, die Malerei betrachten.

Also um den Menschen.