|
|
 |
Startseite Was es gab Themenausstellungen Themenausstellung 2009
|
 |
 |
 |
 |
|
|
|
 |
Themenausstellung "IKARUS" |
hoch geflogen - dahingeschmolzen - Federn gelassen - abgestürzt
Ikarus ist die Gestalt, die den uralten Menscheitstraum vom Fliegen und dessen Gefahren symbolisiert. Die Initiative Kunst Hennef thematisiert diesen Mythos in ihrer diesjährigen Frühjahrsausstellung.
Ovid beschrieb das Schicksal des Jünglings Ikarus. Sein Vater – Dädalus , der kunstfertige Erfinder - wurde von Minos auf Kreta gefangengehalten. Die lange Verbannung und die Sehnsucht nach der Heimat veranlassen ihn, für sich und seinen Sohn, die Flucht zu planen. „Mag `er Länder und Meere versperren, aber der Himmel steht sicher offen.“ So baute er aus Wachs und Leinenschnur Flügel, um fliegend über dem Meer die Heimat zu erreichen. „Ich ermahne Dich, Ikarus,“ sagt der Vater, „ halte Dich auf der mittleren Bahn, nicht zu nahe den Wellen, die durch die Feuchte die Federn beschweren, und nicht zu hoch, dass die Sonne den Wachs erweicht.“ Der Knabe begann sich am Flug zu erfreuen und aus Begierde nach dem Himmel, nahm er den höheren Weg. Seine Flügel schmolzen und seine Arme konnten keine Luft mehr fassen. Er stürzt ab und wird von den Wassern verschlungen .
|
 |
|
|
Die Themenvielfalt – Schuld und Bestrafung, Freiheit und Gefangenschaft, Forschung und Erfindungsgeist, Flucht, Mahnung des Älteren, Faszination und Versuchung, fehlende Grenzsetzung, Sehnsucht und Gier, Unermessliches erreichen wollen und letztendlich die Mitte verlieren und abstürzen, ermutigt zur kreativen Auseinandersetzung.
Ausstellung vom 6. Juni bis 14. Juni 2009 Meys Fabrik, Hennef
Gast: Adele Wischner
|
 |
|
Das war das Programm... |
|
|
Samstag, 6. Juni 2009
Vernissage 17:00 Uhr
Begrüßung
Rainer Kötterheinrich 1. Vorsitzender der Initiative
Klaus Pipke Bürgermeister der Stadt Hennef
Karin Weiss - Erzählerin erzählt frei, lebendig und feinsinnig in Prosa und Versen den Mythos von Ikarus
Thomas Schlaudraff denkt laut über Kunst zu Ikarus [38 KB]
Rainer Kötterheinrich erzählt die wahre Geschichte von Ikarus
* * *
Sonntag, 14. Juni 2009
Finissage ab 15:00 Uhr
KKK Kaffee, Klaaf und Künstler
|
Der Rückblick... |
|
|
Rückblick auf die Eröffnung der Themenausstellung am 6. Juni 2009 in der Meys Fabrik Hennef
Trotz schlechten Wetters fanden viele Besucher den Weg in die Meys Fabrik und wurden durch eine abwechselungsreiche, spannende und humorvolle Einführung in das Thema IKARUS belohnt. Den Auftakt machte Bürgermeister Klaus Pipke mit seinen Erinnerungen an „Die tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten“. Frau Weiss, eine Geschichtenerzählerin, begann mit einem Gedicht von Theodor Fontane und fesselte das Publikum mit ihrer Erzählung über das Schicksal von Daedalos und seinem Sohn Ikarus. |
 |
|
|
Nach dieser gewissermaßen „historischen“ Wiedergabe gab der Vorsitzende der Initiative vor, im Besitz der wahren Geschichte von Ikarus zu sein, stieß aber damit auf den offensichtlichen Unglauben des Publikums und erntete im besten Fall Heiterkeit auf seinen zugegebenermaßen doch etwas abstrusen Bericht. |
|
Thomas Schlaudraff [38 KB]
beleuchtete das Thema von drei beachtenswerten Seiten und brachte die dem Thema angemessene Ernsthaftigkeit, zum Teil aber nicht ohne Boshaftigkeit, in die Veranstaltung zurück.
Frau Weiss schließlich schloss den Reigen mit einem kleinen Gedicht über Ikarus und den Omnibus. |
 |
|
|
Die Ausstellung selbst überraschte durch Einfallsreichtum und zeigte Kontinuität in ihrer Qualität. Angefangen über ausdrucksstarke Bronzen von Margret Zimpel – von der auch das Thema dieser Ausstellung vorgeschlagen wurde- und der dramatisch stürzenden Holzfigur von Beatrix Witschell vor den bösen, nur vordergründig comichaften Malereien von Dietmar Fiessel über die wunderbar zarte Feder von Vera Siepen, die in ihrem geometrischen, vollkommen grauen Hintergrund gewissermaßen in die Unendlichkeit schwebte bis hin zu dem wuchtig, leichtem Kreuzsegel von Karin Kunzcik-Rüdiger, das schon beinah beängstigend aktuell an die Katastrophe vor Brasilien erinnerte und das kreisend, schwebende Rot von Andrea Schneider bewiesen alle Beteiligten ihre Phantasie und Schaffenskraft.
|
 |
|
|
Alles in allem ein mehr als lohnender Besuch, der die tiefen Temperaturen und den Regen schnell in Vergessenheit gerieten ließen.
zu den Fotos von der Ausstellungseröffnung -> |
|
|
|