StartseiteWas wer schafftDietmar Fiessel

Malerei


Geburtsdatum: 1950
Geburtsort: Niederlande, aufgewachsen im Ruhrgebiet
Wohnort: Siegburg

Beruflicher Werdegang:
1966-1969: Handwerkerlehre
1970-1973: Arbeit als Kunststoffschlosser, Isolierer, Eisenanstreicher
1973-1977: Studium der sozialen Gestaltung (Professor Wagner, Diplom Düsseldorf)
1977-1998: Arbeit in verschiedenen Institutionen als künstlerischer Leiter
1997-1999: Zusatzausbildung »Kunst & Religion«
1998-2000: Kurator einer Kunstkirche im Essener Norden
seit 2000: freiberuflicher Künstler in Siegburg


Auswahl von Einzel- und Gruppenausstellungen:
1968: Schloss Oberhausen
1973: ProArte Duisburg
1978: Glasgow Church Of Scotland
1980: Breitseite Verlag Essen
1982: Buchillustration Burckhardthausverlag
1983: Musikschule Neu-Isenburg
1984: In Flagranti Aktionen Essen
1986: Da könnte ja jeder kommen Düsseldorf
1987: ActionPainting Evang. Kirche Essen
1992: LachSchnittchen DinA4KunstKabarett
1994: PoesieMalerei HinterHof e.V. Köln
1995: ArtCanale Duisburg-Gelsenkirchen
2003: ÜberlebensKunst AsylAktion Siegburg
2004: Ichbildemirwasein BK Siegburg
2005: himmelhoch kind&kunst Bonn
2006: Hennefer Kunsttage Initiative Kunst
2007: Evangelischer Kirchentag Köln
2007: Themenausstellung Integration Hennef
2007: Galerie Schloss Allner
2007: Hennefer Kunsttage Wir zeigen Gesicht Initiative Kunst
2008: Themenausstellung Hennef
2008: Hennefer Kunsttage Museum der Violenz Initiative Kunst
2009: Themenausstellung Ikarus Hennef
2009: KUnstorte Nº 2 unwirtlich Autobahnbrücke Bonn-Nord
2009: KuNstorte Nº 3 wohn-l-ich Brüser Berg Bonn
2009: Hennefer Kunsttage Die Wahl der Qual Initiative Kunst
2010: KunStorte Nº 4 dreieck-ich Bonn-Beuel


Wie ich zur Kunst gekommen bin:
Die Kunst ist zu mir gekommen. es war Liebe auf den ersten Blick. Sie ist gleich bei mir eingezogen. Ich habe es bis heute nicht bereut.

Was mir bei meiner Arbeit wichtig ist:
Dass die Schreie nicht unerhört bleiben.


Mein aktuelles Kunstmotto:
"Kunst ist nicht ein Spiegel, den man der Wirklichkeit vorhält,
sondern ein Hammer, mit dem man sie gestaltet"
(Karl Marx 1818-1883)


Dieses wunderbare Zitat aus der Handwerkswelt hat in den letzten zwei Jahren meine Arbeiten verändert. Einerseits arbeite ich aktuell politischer und andererseits gestattet mir die Digitalfotografie einen Blick auf die Absurditäten des Alltags.
So griff zum Beispiel das Museum der Violenz schon 2008 das Thema Schläge in der (Heim)Erziehung auf oder 2009 wurde der Bundestagswahlkampf als Bedrohung aufgefasst.


Statement:
Besuch im Atelier von Dietmar Fiessel.

Atelier. Welches Atelier?
Eine Strasse, der Schuppen, ein Kopf, der Schulhof, eine Wiese, das Herz, eine Kirche? Alles ist ihm Werkstatt, Atelier, Gestaltungsraum.
Alles ist veränderbar, kann Geschichten erzählen und den Blick schärfen.
Viele seiner Arbeiten entstehen ohne die klassischen Pinsel, Farben und Leinwände. Sein Werkzeug ist eine alte Schuhbürste, der Tortenheber wird zum Spachtel, mal ist die Leinwand ein Kuchenblech oder eine Schrankrückwand; alter Fahrradlack, löslicher Kaffe oder Teer ist für die Farbigkeit zuständig.
Seine liebsten Bilder sind mit einem Wasserstrahl gemalt.
Wenn seine Staffelei zu klein wird, dann wird auch mal gern ein Hof vernetzt, ein Ufer zum Altar, eine immergrüne Eibe zum Denkmal. Mit dem Zorn der Gerechten schlagen seine Worte Scharten in die Beliebigkeit, zieht er Verbindungslinien zwischen deutscher Vergangenheit und heutiger Blindheit. Eigentlich ist nichts vor ihm sicher, am wenigsten er selbst.
Das macht ihn angreifbar. Und erfahrbar.
Wo Dietmar Fiessel ist, da entsteht ein Atelier.

(aus: arts&farts magazine von William Lesseif 2006)